Mein sportlicher Werdegang
Im Alter von 17 Jahren begann ich meine Kampfkunstausbildung im Hapkido und Kickboxen bei Großmeister Lee in Essen. Diese beiden Kampfkünste trainierte ich für ca. 6 Jahre bis zum 1. Dan.
Nach weiteren Stationen im Boxen, Thaiboxen und Jiu Jitsu fing ich mit einer Full Instructor Ausbildung im Jet Kun Do an. Diese beinhaltete neben Bruce Lees Kampftechniken auch das Ving Tsun.
Nach Beendigung dieser Ausbildung beschloss ich mich mehr dem Ving Tsun zu widmen, weil mich der dabei ausgeführte Kampfstil faszinierte. Somit begann ich eine intensive Trainerausbildung im Ving Tsun, die ich erfolgreich beendete.
Durch eine glückliche Begebenheit hörte ich von Philipp Bayer und seiner Interpretation des Wong Shun Leung Ving Tsun. Dieses System trainiere ich bis zum heutigen Tag bei Holger Wiese, dem Meisterschüler von Philipp Bayer und wann immer es mir meine Familie oder Freizeit erlaubt, nehme ich an Philipp Bayer Seminaren teil.
Weitere Informationen über meinen beruflichen und sportlichen Werdegang erhalten Sie unter www.naturheilpraxis-bopfeiffer.de. Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Ihr Bo Pfeiffer
Trainigszeiten:
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Montag: 19.00 - 21.00 Uhr
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Dienstag: 19.00 - 21.00 Uhr
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Donnerstag: 19.00 - 21.00 Uhr
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Samstag: 13.00 - 15.00 Uhr
Trainingsort:
· Kampstr. 7
· 45468 Mülheim
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Mobil: 0179 5155621
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Was ist Ving Tsun
Ving Tsun ist ein chinesisches Kampfsystem, welches der Geschichte nach zwischen dem Ende des 17. und dem Anfang des 18. Jahrhunderts von einer Frau entwickelt wurde. Aus dem Bedürfnis heraus, das eigene Leben verteidigen zu müssen, wurden, unter strikter Berücksichtigung der Anatomie des menschlichen Körpers und physikalischer Gesetze, die benötigten Elemente entwickelt. Der Tatsache, dass eine Frau Ving Tsun entwickelt hat, verdanken wir es, dass die Priorität auf der Technik und nicht auf der rohen Muskelkraft liegt. Dies bedeutet nicht, dass Ving Tsun mit seinen schock artigen Techniken nicht knallhart ist. Lediglich wurde immer die Möglichkeit eines körperlich überlegenen Gegners berücksichtigt.
Die Bewegungen des Ving Tsun sind für Anfänger sicherlich gewöhnungsbedürftig, Das System entbehrt komplett showträchtiger Bestandteile, wie sie etwa aus einschlägigen Filmen bekannt sind. Ving Tsun will auch nicht spektakulär aussehen und enthalt deshalb keine artistischen Elemente. Wie bereits erwähnt, dient Ving Tsun lediglich dazu einen Kampf möglichst schnell und sicher zu beenden. Das System ist logisch und nüchtern aufgebaut. Großer Wert wird auf die Sparsamkeit der Bewegungen sowie auf die Geradlinigkeit und Direktheit gelegt.
Auch wird berücksichtigt, dass es immer Gegner mit größerer Muskelkraft geben kann, deshalb verlasst man sich nicht auf Kraft, sondern auf Präzision, Bestandteile des Ving Tsun sind drei waffenlose Formen. Die erste Form, die Siu Lim Tao, ist eine Sammlung aller Ving Tsun-Bewegungen. Im "ABC" des Ving Tsun wird großen Wert auf den Stand, die Basis aller Bewegungen, gelegt. Schon bald nach der 1. Ving Tsun Form beginnt der Schuler mit dem Chi-Sao-Training -auch die Seele des Ving Tsun genannt. Korrektes Chi Sao-Training entwickelt die Reflexe, Schnelligkeit und Zielstrebigkeit, die in einem Kampf nötig sind. Die zweite Form, die Chum Kiu, beschäftigt sich mit Bewegungskombinationen Drehungen, Tritten und dem Schritt. Sie dient letztlich dazu, den Gegner mit den einfachsten Mitteln zu schlagen.
Die oft als Geheimform gehandelte 3. Form, die Biu Gee, wird vielfach als Angriffsform gelehrt, obwohl die Bewegungen völlig dagegen sprechen. Grundgedanke der Biu Gee ist die Meisterung von fast aussichtlosen Situationen. Parallel mit dem Studium der Chum Kiu werden Bewegungen an der sogenannten Holzpuppe erlernt, welche unter anderem die Ablaufe der 2. Form unterstützen und perfektionieren. Ein Teil der Holzpuppenform behandelt auch Techniken der 3. Form.
Weiter dient das Holzpuppentraining dazu, das Timing zu verbessern und nachteilige Kampfsituationen ZU korrigieren. Ein weiterer Schwerpunkt des Holzpuppentrainings liegt in der Einhaltung von Bewegungsgrenzen, die gerade bei schnellen gegnerischen Angriffen nie überschritten werden dürfen, um so einen optimalen Schutz beim eigenen Gegenangriff zu haben. Der Unterricht mit Waffen, dem Langstock (Lok Dim Poon Kwan) und den Doppelmessern (Bat Cham Do), hat neben dem praktischen Einsatz auch positive Auswirkungen auf Ving Tsun selber. So wird zum Beispiel der Stand, die Flexibilität und die Koordination sowie die spezielle Ving Tsun-Kraft verbessert.
Das Training mit dem Langstock beginnt schon relativ früh, wogegen der Unterricht mit den Doppelmessern erst beginnt, wenn der Schuler in der Lage ist, seine Armtechniken wirkungsvoll einzusetzen und vollständig zu kontrollieren. Das Zentralinienprinzip sowie die daraus resultierende Schritttechnik unterscheidet sich wesentlich von dem Prinzip, welches in den Formen gelehrt wird. Würde ein Schüler zu früh mit der speziellen Schritttechnik und dem Prinzip der Messertechnik konfrontiert, müssten negative Folgen auf sein Ving Tsun befürchtet werden.
Eine Graduierung ist genau betrachtet nichts anderes als eine Benotung. Bereits in der Schule ärgern sich alle über die Ungerechtigkeit dieser Form von Einschätzung, bietet sie doch nichts anderes als eine Momentaufnahme in einem speziellen Bereich. Trotzdem fragen viele bei ihrem ersten Kontakt mit dem traditionellen Ving Tsun, ob es hier auch so etwas wie Gürtel oder ähnliche Markierungen für das jeweilige Können gibt. Offensichtlich strebt die Masse nach Schubladisieren. Einige Vertreter des Systems betrachten es als notwendig, solche Einstufungen, mit welcher Kennzeichnung auch immer, ihren Schülern als Etappenziele vorzugaukeln. Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass solche Graduierungen lediglich zu sozialem Unfrieden führen. Schnell werden Fragen laut, warum der eine einen höheren Rang hat als der andere. Antworten auf diese Fragen können in der Regel nur willkürlich sein.
Vorgenannte Vertreter führen an, dass sie solche Einteilungen vornehmen, um den Ausbildungsgrad ihrer Schüler sofort zu erkennen. Um diese Vereinheitlichung zu realisieren, müssen alle Schüler die gleichen Programme und Ausbildungsgänge in der gleichen Reihenfolge durchlaufen. Problematisch, gar an Schwachsinn grenzend, ist dabei, dass nicht jeder Schüler, aufgrund der Individualität des einzelnen, den gleichen Werdegang nehmen muss, um zu seinem Ving Tsun zu finden und ein guter Kämpfer zu werden.
Auf den Punkt gebracht dienen solche Graduierungen lediglich dazu, die Faulheit des Lehrers zu unterstützen. Er braucht sich nicht mehr mit seinen Schülern zu befassen und kann eine große Zahl an Teilnehmern abfertigen. Überdies ist es auch so, dass solche Graduierungen nicht kostenlos sind. Nebst der Möglichkeit von mehr Schülern Beitrage zu erhalten, liefern solche Prüfungen eine weitere Einnahmequelle. Ving Tsun bietet keine Patentlösungen, es gibt keine starren Vorschriften, dass in Situation XY nach Schema YZ vorgegangen werden muss. Es handelt sich um ein System, um eine Ideensammlung und nicht um ein umfangreiches Ablaufschema. Ving Tsun ist so individuell wie eine Handschrift und bietet dem einzelnen die Möglichkeit, seine persönlichen Stärken zu fördern. Vergleiche zwischen den einzelnen Schülern werden dadurch fast gänzlich unmöglich. Genau genommen müsste für jede Person ein eigenes Graduierungssystem entwickelt werden, in dessen Rahmen sich diese profilieren müssten.
Weiter spricht auch die Tatsache, dass Ving Tsun Gefühl und Intuition des Kämpfers miteinbezieht, klar gegen eine Benotung. Sind dies doch Bereiche,welche zu den menschlichen Qualitäten des einzelnen zählen, und wer will schon hingehen, sich über alle erheben und darüber richten?
Ziel eines guten Lehrers sollte sein, dass er seine Schüler mit den ganzen Stärken und Schwächen kennt. Natürlich erfordert es Zeit und auch ein gewisses Interesse an den Menschen, die er ausbildet. Auch werden dem Ausbildenden psychologische Fähigkeiten in Trainingsgestaltung und -aufbau abverlangt. Nimmt er diese Aufgaben ernst, so kann er die jeweilige Ausbildung optimieren, direkt auf seine Schüler zuschneiden und diese somit weiterbringen.
Wichtig ist auch, dass ein persönlicher Kontakt zwischen den Partnern (Lehrer-> Schüler, Schüler-> Lehrer)vorhanden ist, da das Training Vertrauen und gegenseitige Akzeptanz voraussetzt. Sind diese Grundlagen, also das Wegkommen von Kastendenken und die zwischenmenschlichen Beziehungen, erst geschaffen, macht sich eine konstruktive Trainingsatmosphäre breit.
Eine Unterteilung zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen ist hinfällig, jeder lernt von jedem. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Ving Tsun großen Wert auf Präzision legt. Diese kann aber nicht über Bücher, Videos oder einen Lehrer, der sich nicht mit den Schülern befasst, gelernt werden. Seit Entstehung wurde das System, sicherlich nicht grundlos, vom Lehrer an den Schüler weitergegeben. Diese Tradition sollte auch weiterhin berücksichtigt werden und Maschinerien, in denen dieses ausgeklügelte System vermittelt werden soll,vermieden werden.
Das Problem der Graduierung stellt sich aber nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei den Lehrern. Als Hintergrundinformation sollte vorab gesagt werden, dass Yip Man heute als der letzte Großmeister (genaue Übersetzung: der letzte Übermittler) bezeichnet wird. Sprach man ihn zu seinen Lebzeiten allerdings direkt so an, wurde er sehr unangenehm. Er mochte dieses Bild von sich nicht, er sah sich als Mensch und nicht als Gott.
In der Ving Tsun-Szene werden heute Meister und gar Großmeistertitel verliehen, dass einem, denkt man an die Bescheidenheit eines großen Mannes wie Yip Man, das Grauen kommt.
Diese Titel werden Chinesisch mit Sifu bezeichnet, und so wird klar, dass die Menschen, welche diese Benennungen willkürlich verwenden, jegliches Verständnis entbehren.
Sifu ist kein verleihbarer Titel, meint es doch nichts anderes als Vater und in diesem Zusammenhang auch Lehrer. Nennt ein Schüler seinen Lehrer also richtigerweise Sifu, darf davon ausgegangen werden, dass die beiden ein enges gegenseitiges Vertrauensverhältnis verbindet.
Ein Sifu bildet seinen Schüler nicht nur im Ving Tsun aus, sondern gibt ihm eine Ausbildung für sein Leben mit. Bei alledem sollte aber nicht vergessen werden, dass wir uns in Europa befinden und sich unsere Mentalität von der chinesischen unterscheidet.
Eine Tatsache, welche die Sifu -Problematik in Frage stellt. Soll ein Sifu-Verhältnis nur dazu dienen, ein Abhängigkeitsverhältnis zu schaffen, damit kein Lehrerwechsel, wie dies in anderen Sportarten immer wieder geschieht, mehr möglich ist? Will sich ein Lehrer durch den Ausspruch "Einmal Sifu -immer Sifu" ungerechtfertigter Weise unzulässige Vorteile schaffen, gilt dieser als äußerst fragwürdig.
Ving Tsun gilt als eines der praktischsten und wirkungsvollsten Nahkampfsysteme überhaupt. Die Idee ist es, einen überlegeneren und stärkeren Gegner in kürzester Zeit kampfunfähig zu machen. Das einzigartige Training des Ving Tsun stellt Methoden bereit, die Reflexe und Kampfkraft um ein Vielfaches zu verbessern. Es ist ein realistisches System, basierend auf mathematischen und physikalischen Grundsätzen.
Ving Tsun ist ein chinesisches Kampfsystem, das vor etwa 300 Jahren entwickelt wurde. Nach mehreren Generationen brachte Großmeister Yip Man das System nach Hongkong und öffnete es damit der westlichen Welt. Zu seinen Schülern gehörten der berühmte Bruce Lee und der legendäre Wong Shun Leung.
Wong Shun Leung war der berühmteste Kämpfer des Ving Tsun-Systems, der auch maßgeblich an der kämpferischen Ausbildung von Bruce Lee beteiligt war. 1983 nahm Philipp Bayer sein Studium unter Wong Shun Leung in Hongkong auf und gründete 1990 die Ving Tsun Kung Fu Association Europa.
Prüfungen, Gurte oder Graduierungen gibt es im Ving Tsun nicht. Individuell kann festgestellt werden, wie sich Fähigkeiten und Fertigkeiten durch das Training fortlaufend verbessern und verfeinern. Für die Entwicklung nach oben hin gibt es somit keine Grenze.
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Bo Pfeiffer




